1. Die Party


Heute war wieder einer dieser Tage, die ich am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen wollte. Aber meine Chefin Tanya hatte mir mal wieder im Büro die Hölle heiß gemacht. Tanja leitete den Familienbetrieb Denali, der zweitgrößte Stoffhersteller in New York. Aber sie war vorher nur die Tochter vom Big Boss und jetzt leider in meinen Augen keine kompetente Chefin.

Es war doch nicht meine Schuld, dass sie nicht durch die Zahlen durchstieg, sie hatte aber auch ein Chaos in die Bilanz gebracht. Ich hatte ganze vier Stunden gebraucht, um sie zu retten. Oh man, aber Tanya war eben nun mal meine Chefin. Innerlich seufzte ich tief.

Und jetzt musste ich mich noch beeilen, um pünktlich auf diese Party zu kommen, die Tanya so geschickt für diesen ganz bestimmten Geschäftskunden geplant hatte. Sie hatte einen Tipp bekommen und wollte nun unbedingt mit ihm ins Geschäft kommen. Er besaß eine kleine Möbelfirma. Ich hatte auch schon einige sehr interessante Stücke von ihm gesehen.

Nun war ich schon ziemlich gespannt auf diesen Geschäftskunden, denn wenn ich es geschickt anstellte, würde sich für mich heute beruflich eine einmalige Chance ergeben.

Mit einem erleichterten Seufzer erreichte ich die Tür zu meiner Wohnung, die ich mir mit meinen beiden besten Freundinnen teilte.

Wenn ich an die beiden dachte, musste ich unweigerlich lachen. Wir drei waren so unterschiedlich, unterschiedlicher ging es schon gar nicht mehr. Dafür aber auch unzertrennlich!

Alice war klein und zierlich, fast schon elfenhaft und sprang oft wie ein wildgewordener Flummi durch die Gegend, sie konnte einfach nicht stillstehen. Sie war immer gut drauf und für jeden Spaß zu haben. Mit ihren schönen schwarzen kurzen Haaren, die ihr stachlig vom Kopf abstanden und ihren dunkelblauen Augen war sie das komplette Gegenteil von Rose. Alice suchte zur Zeit noch einen passenden Job, in der Zwischenzeit entwarf sie super coole Klamotten und stellte ihre eigene kleine verrückte Kollektion zusammen.

Rose sah aus wie ein Engel, mit ihren strahlend blauen Augen und den blonden langen Haaren sah sie einfach perfekt aus. Und so ein Leben hatte sie auch, einfach perfekt. Sie war die persönliche Assistentin des großen Innenarchitekten PureStyle und durfte eine kleine Hotelkette neu einrichten. Dort war sie voll in ihrem Element. Wenn ich nur daran dachte, wie oft sie schon unser kleines Apartment umgestellt und dekoriert hatte, musste ich schmunzeln.

Und dann natürlich noch ich, Bella. Ich hatte einfache lange braune, leicht gewellte Haare und mit meinen braunen Augen sah ich eher durchschnittlich aus. Ok, ich war zwar auch klein, aber nicht so zierlich wie Alice. Ich hatte eine normale Figur und – eben ganz normal.

Gequält zog ich mir so in Gedanken meine hohen Schuhe von meinen schmerzenden Füßen und warf mich erst einmal bäuchlings auf mein Bett.

„Hi Bella, da bist du ja. Wir hatten dich schon vor über einer Stunde erwartet.“
Mit mitleidiger Miene stand Rose in meiner Tür. „Wieder einen harten Tag gehabt, Liebes?“

„Hmm-mh“, grummelte ich in meine Bettdecke und drehte mich ganz langsam um. „Und er ist noch lange nicht zu Ende!“
Stöhnend zog ich mir mein Kopfkissen über das Gesicht. Wie sollte ich bloß noch den Abend überstehen? Ich hatte überhaupt gar keine Lust auf diese Party. Aber ich wurde da nicht mal gefragt, ich musste dorthin!

Rose setzte sich neben mich aufs Bett und zog mir das Kissen weg.
„Ach komm schon, Bella, Alice und ich werden dir helfen, dich schön zu machen und du bist Ruckzuck fertig. Du wirst schon sehen!“
Freudestrahlend sah sie mich an.

Oh man, was hatte ich bloß für ein Glück. Jetzt würden die beiden auch noch über mich herfallen.
Ich entriss ihr mein Kissen und drehte mich demonstrativ auf die andere Seite. „Nicht auch das noch...“

„Ich bitte dich, seit Tagen liegst du uns in den Ohren, dass diese Party für dich so wichtig ist und da musst du einfach umwerfend aussehen. Alice und ich haben da einen Plan- “

„Bellaaa, endlich“, kam Alice ins Zimmer gehüpft und sprang mit einem riesigen Satz mit auf mein Bett. Uff, dazu sollte ich vielleicht erwähnen, das es nur 120 cm breit war. Ich hatte mich erst gar nicht auf Männerbesuch eingerichtet, so wie Alice oder Rose mit ihren 2mx2m großen „Spielwiesen“.
Aber weiter kam ich mit meinen Gedanken auch nicht, denn Alice fing an, mich durchzukitzeln und ich musste mich stark wehren, da auch Rose auf ihrer Seite war. Lachend kullerten wir zusammen auf meiner Matratze herum und ich musste mich geschlagen geben. Gegen die zwei kam ich einfach nicht an.

„Ok, Ok... ist schon gut“, wider Willen lachend schnappte ich nach Luft. „Aufhören, ihr habt gewonnen.“

„Das will ich auch hoffen, los steh auf und husch, husch ab unter die Dusche mit dir!“
Wenn Alice erstmal anfing, dann richtig. „Und beeile dich bitte, ich suche dir in der Zwischenzeit dein Kleid raus“, und schon sauste sie wieder aus dem Zimmer. Rose lächelte mich voller Vorfreude an und ich ging resigniert ins Bad.

Unter der Dusche genoss ich es für einen Moment, alleine zu sein. Genießerisch streckte ich mein Gesicht dem angenehm heißen Strahl der Dusche entgegen und spürte das Wasser wie kleine Nadelstiche auf meiner Haut.
Es gab doch nichts Schöneres, als abends unter der Dusche zu stehen und sich die Sorgen und den Stress des Tages vom Körper zu spülen.

Doch dann fiel mir wieder ein, dass ich mich beeilen musste und fing schnell an, mich einzuseifen. Dieses neue Shampoo hatte ich erst vor ein paar Tagen entdeckt und es roch einfach himmlisch nach Erdbeeren. Schnuppernd wusch ich mir meine Haare und schon war ich fertig.

Zum Glück hatte ich schon letztes Wochenende eine komplette Schönheitsbehandlung von Rose hinter mir und war jetzt unter diesem Zeitdruck sehr froh darüber. Ich konnte mich aber noch genau erinnern, wie ich mich gesträubt hatte: 'Rose bitte, muss ich wirklich meine Beine wachsen? Das tut so höllisch weh! Rasieren geht doch auch.'
Aber mein Einwand wurde komplett ignoriert – Gott sei Dank!

Nachdem ich mich abgetrocknet und eingecremt hatte, denn ohne ging nach Rose' Meinung ja nun gar nicht, kam Besagte auch schon mit dem Föhn auf mich zu und fing gleich an, meine Haare zu frisieren. Ich konnte mich nur noch hinsetzen, stillhalten und genießen. Denn auch wenn ich mich immer gegen dieses Schönheitsgefummel wehrte, wenn Rose meine Haare machte, erinnerte mich das immer an meine Mutter Renée, wenn sie mir als Kind die Haare bürstete.

Danach kam noch etwas Make-up und sie war fertig. Zusammen gingen wir aus dem Bad und sahen Alice, die sehr ungeduldig auf uns wartete.
Als sie uns erblickte, hielt sie mir einen Traum von einem Kleid hin - obwohl man für den Begriff „Kleid“ vielleicht doch etwas mehr Stoff benötigte?

„Und, was sagst du, Bella?“
Voller Erwartung strahlte Alice mich an.
„Als ich es letzte Woche entworfen hatte, wusste ich sofort, dass dieses Kleid wie für dich gemacht ist. Sieh dir nur an, wie es so herrlich blau schimmert. Das passt perfekt zu deiner Haut. Komm, probiere es mal an“, mit diesen Worten wickelte sie mich aus meinem Handtuch.

Ich zog dann doch erstmal meine schöne schwarze Spitzenunterwäsche an und schlüpfte danach mit Alice' Hilfe in das Kleid.
War das ein schönes Gefühl. Der Stoff fühlte sich leicht kühl an und rutschte dann herrlich fließend über meinen Körper bis in den perfekten Sitz. Wow, sie hatte recht. Es passte mir, als ob es für mich gemacht wäre. Ich staunte nicht schlecht. Neugierig drehte ich mich zu meinem Spiegel in der Zimmerecke.

„Oh mein Gott“, hauchte ich ehrfürchtig.
Rose hatte ganze Arbeit geleistet. Mein sonst so durchschnittliches und langweiliges Haar floss in glänzenden Locken meinen Rücken hinunter und war an den Seiten leicht hoch gesteckt. Das leichte Make-up ließ meine Augen strahlen und betonte meine helle Haut. Ich sah echt gut aus.
Und dann das Kleid... Ich hatte doch tatsächlich ein Dekolleté durch diesen schönen Schnitt und dazu diese schlanke Taille.
Es endete kurz über den Knien und ließ dadurch meine Beine noch länger erscheinen - und mit den silbernen Riemchensandalen erst!

Ich kleines Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Oh man, meine Chefin wird heute Augen machen. Da freute ich mich schon am meisten drauf. Sonst stach sie immer mit ihrer rotblonden, lockigen Mähne und ihrem Superaussehen aus der Menge, aber heute Abend konnte ich mithalten.
Oh, ja, das würde ein Spaß werden.

„Alice, das Kleid ist wirklich einmalig.
Bewundernd fuhr ich mit meinen Händen über den Stoff. „Und glaube mir, meiner Chefin wird das ganz und gar nicht gefallen. Da bin ich schon auf ihre Augen gespannt, wenn sie mich so sieht… und Rose, du bist eine wahre Künstlerin, was hast du nur mit meinen Haaren gemacht. Die sahen noch nie so schön aus!“
Ich strahlte die beiden an und ich sah, wie sie sich freuten.

„Bella, du bist heute Abend bestimmt der hellste Stern auf der ganzen Party!“
Alice freute sich so mit mir. Sie drehte sich zu Rose um und sie klatschten sich ab. „Rose, das haben wir gut gemacht, wir sind ein tolles Team!“

„Klar, und für unsere Bella geben wir doch alles!“, lachte Rose.
„So, jetzt noch der Schmuck und du bist komplett“, mit diesen Worten legte sie mir eine schlichte Perlenkette mit passenden Ohrstecker an, trat zurück und bewunderte ihr Werk. „Die habe ich von meiner Großmutter geerbt und ich leihe sie dir heute Abend. Und jetzt können wir dich gehen lassen.“

Sanft strich ich über die Perlen und sah meine Freundin dankbar an. Ich musste mich stark zusammenreißen, um nicht vor Rührung ein paar Tränen zu verdrücken, die sich in meinen Augenwinkeln ansammelten, aber sie hatte sich solch eine Mühe mit dem Make-up gemacht, da durfte ich jetzt doch nicht weinen. Mit leicht belegter Stimme antwortete ich: „Danke Rose, ich werde gut auf sie Acht geben.“

Wir schauten uns an und ich sah, dass sie auch mit ihrer Fassung rang. Aber bevor sie etwas sagen konnte, kam schon Alice auf uns zugehüpft.
„So, jetzt aber los, Bella, sonst kommst du doch noch zu spät. Und alles war umsonst!“
Mit diesen Worten zerrte sie mich in den Flur, hielt mir meine Handtasche hin und schob mich aus unserer Wohnung.

Draußen drehte ich mich nochmal um und sah meine beiden besten Freundinnen dankbar an. „Ich danke euch, ihr habt mir heute Abend wirklich großartig geholfen, wie kann ich mich revanchieren?“

„Indem du für uns beide mitfeierst. Versprich mir das, Bella!“
Gespielt beschwörend sah mir Alice in die Augen.
„Ja, zeig es deiner Chefin heute Abend und viel Glück“, meinte auch Rose. „Jetzt aber los.“

Und schon rannte ich die Treppen runter auf die Straße. Um diese Uhrzeit bekam man nur sehr selten in New York ein Taxi, aber heute musste ich nur kurz meinen Arm heben und schon bremste mit quietschenden Reifen die typisch gelbe Taxe am Straßenrand.
Wow, ich verfehlte heute wohl nicht den Sinn meines Aussehens.
Stolz stieg ich ein, gab mein Ziel an und fing an, die Fahrt nach Long Island zu genießen.

Nach ca. einer halben Stunde näherten wir uns dem Strandhaus von meiner Chefin Tanya; obwohl man diesen weißen Palast kaum noch als so etwas bezeichnen konnte...
Langsam öffnete sich das schmiedeeiserne Tor zu beiden Seiten und ließ das Taxi nach einer kurzen Kontrolle durch. Die Einfahrt war eine lange Linkskurve und dann tauchte plötzlich das Gebäude vor uns auf.

Obwohl ich schon tagsüber einmal hier war, staunte ich jetzt nicht schlecht. Das ganze Haus war festlich beleuchtet und erhellte die Nacht. Überall im Außenbereich standen riesige Glaswindlichter mit großen weißen Kerzen. Die Rosenbüsche im Eingangsbereich standen prächtig in Blüte und der Rosenduft vermischte sich herrlich mit der warmen salzigen Luft, die vom Meer her sanft herüber wehte.

Ich zog tief diesen wunderbaren Duft ein, als ich ausstieg und dann schnell auf die Eingangstür zulief.
Die Party war wohl schon voll im Gange, denn ich konnte die schöne Livemusik bis hierhin hören und auch leises Gemurmel und Gelächter. Ich holte noch einmal tief Luft, kontrollierte mein Kleid, setzte ein strahlendes Lächeln auf und klingelte.

Fast im selben Moment wurde die Tür schon aufgerissen und eine freudestrahlende Tanya lief auf mich zu. Sie sah wieder grandios aus; sie trug ein enganliegendes blutrotes langes Kleid, ihr tiefer Ausschnitt ließ mehr von ihren Brüsten sehen, als erahnen. Und ihr Beinschlitz ging seitlich sehr hoch, bei jedem Schritt sah man ihr langes Bein hervor blitzen. Ihr rotblondes Haar hatte sie kunstvoll hochgesteckt und wirkte in Kombination mit ihrem Kleid sehr elegant. Abgerundet wurde dieses Bild „puren Sexes“ mit blutroten Lippen. Wahnsinn...

Aber ich bemerkte auch, wie sie mich kurz abschätzend musterte und für einen winzigen Moment war ich mir sehr sicher, dass ihr ganz und gar nicht gefiel, was sie da sah.

„Isabella, schön, dass Sie jetzt auch da sind!“
Tanja zog mich in eine feste Umarmung und flüsterte mir zischend ins Ohr. „Endlich, das wurde aber auch Zeit, Sie sind spät dran.“
Dann drehte sie sich um lächelte in die Runde ihrer Gäste.

Oh, was für eine freundliche Begrüßung; obwohl das für Tanya fast noch wirklich freundlich war. Wären wir alleine gewesen - aber daran wollte ich jetzt gar nicht denken.

„Guten Abend Tanya, danke für die nette Einladung, ich freue mich sehr, hier zu sein.“ Höflich sagte ich meinen Spruch auf und strahlte sie meinerseits an.

„Kommen Sie, Isabella, ich muss Ihnen ein paar Gäste vorstellen.“
Und schon hakte sie sich bei mir unter und zog mich in den Salon. Der war ein großer heller Raum, wo es viele Möglichkeiten zum Verweilen gab. Hier eine kleine Sitzgruppe vor dem Kamin - der natürlich trotz der warmen Temperaturen brannte - dort eine kleine Bar, wo fleißig Cocktails gemixt wurden und mittendrin einige kleine Tischgruppen.
Durch die großen geöffneten Terrassentüren drang die Musik herein und auch draußen konnte man es sich gemütlich machen.
Alles strahlte eine warme Atmosphäre aus. Würde nicht ausgerechnet Tanya hier wohnen, könnte ich mich hier sehr wohl fühlen, aber so war es leider nicht.

Als wir den Salon betraten, erkannte ich gleich einige Gesichter aus dem Büro wieder, sowie weniger bedeutende Geschäftskunden von uns.
Ich bemerkte einige erstaunte und bewundernde Blicke, vor allem von meinen männlichen Kollegen. Alice und Rose hatten Recht gehabt, heute Abend war eindeutig mein Abend.
Aber ich kam gar nicht dazu, sie zu begrüßen, denn Tanya führte mich gleich direkt nach draußen.

„Isabella, er ist schon da, ich werde Sie ihm jetzt vorstellen. Er hat sich schon nach Ihnen erkundigt“, flüsterte sie mir leise ins Ohr.
Wir näherten uns einer kleinen gemütlichen Sitzgruppe auf der Terrasse und ich blickte neugierig die dort sitzenden Männer an. Es waren drei Herren und auf dem ersten Blick sehr unterschiedlich.

Der Größte von ihnen stand sofort auf, als wir auf sie zu kamen.
Und oh, er war wirklich sehr groß und sehr muskulös. Mit seinen kurzen dichten braunen Haaren und den dunkelbraunen Augen sah er ein winziges bisschen aus wie ein Bär. Aber überhaupt nicht gefährlich, sondern eher gutmütig. Was mir auch sogleich bestätigt wurde, als er uns sehr überschwänglich begrüßte.
„Hallo meine schöne Tanya, wen haben Sie denn da für uns?“, ließ der Große mit einem breiten Grinsen im Gesicht verlauten.

„Das, mein lieber Emmett, ist Isabella Swan, meine persönliche Assistentin und das Ass in unserer Buchprüfung“, stellte meine Chefin mich vor.

Emmett zog mich gleich in eine freundschaftliche Umarmung.
„Hallo Isabella, wenn ich Sie so nennen darf, wie schön, Sie kennen zu lernen. Tanya hat uns schon von Ihnen vorgeschwärmt.“

„Hallo Emmett, schön auch Sie kennen zu lernen“, sanft löste ich mich aus seiner herzlichen Umarmung und wandte mich leicht dem Rest der kleinen Gruppe zu.

„Isabella, dies sind Jasper Whitlock und zu guter Letzt Edward Cullen. -
So, jetzt muss ich mich leider kurz um meine anderen Gäste kümmern. Ich denke, Sie kommen zurecht. Meine Herren...“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und eilte davon.

Ich hätte am liebsten vor Erleichterung aufgeseufzt, da Tanya endlich weg war.
Und dies war jetzt meine Chance und ich wollte sie unbedingt nutzen.

„Schönen guten Abend, meine Herren.“
Erst jetzt schaute ich mir die anderen beiden genauer an.
Jasper Whitlock hatte etwas längere, leicht gewellte dunkelblonde Haare, die ihm frech in die Stirn fielen. Dazu diese strahlend blauen Augen, die mich neugierig aber auch leicht reserviert anschauten. Sein Körper war schmächtiger als Emmetts, aber auch sehr durchtrainiert. Er sah in seinem grauen Anzug einfach zum Anbeißen aus. Ich lächelte ihn an, nickte ihm leicht zu und wandte mich dann Edward Cullen zu.

Ich wollte gerade den Mund aufmachen, um ihn nochmal persönlicher zu begrüßen, da er ja der Big Boss von den anderen war, aber ich bekam kein Wort raus.
Ich sah Edward Cullen nur mit großen Augen und leicht geöffnetem Mund an. Mein Gehirn war plötzlich wie leergefegt. Ich konnte nur noch einen einzigen klaren Gedanken fassen und der war: Oh mein Gott, wo warst du so lange? Ich glaube, ich habe schon mein ganzes Leben lang auf dich gewartet...

Edward trat wortlos auf mich zu, atmete einmal tief durch und schaute mir dann tief in die Augen. Leuchtende Smaragde ertranken im reifen warmen Whisky. So standen wir uns bestimmt zwei Minuten reglos gegenüber. Er roch vielleicht gut und diese Augen...
Dann nahm er meine Hand und zog mich sanft von den anderen weg in Richtung Strand. Ich folgte ihm ohne zu zögern. Wir liefen den Weg entlang, der direkt vom Haus zum Strand führte.

Als wir zum Strand kamen, blieb ich kurz stehen, um mir meine Sandalen auszuziehen, denn mit ihnen konnte ich unmöglich auf dem Sand laufen.
Um nicht umzufallen, stützte ich mich an Edwards Arm ab und zog meine Schuhe aus. Dabei fühlte ich seinen muskulösen Arm unter seiner Anzugjacke. Das fühlte sich so schön an und meine Hand fing an zu kribbeln.
Darüber war ich so überrascht, das ich leicht schwankte und er hielt mich mit seiner anderen Hand an meiner Taille fest. Oh! Seine Hand fühlte sich dort so warm an...

Ich stützte mich leicht mit meinen Händen an seiner Brust ab und so rutschte ich automatisch in seine Arme. Oh, ich passte einfach perfekt in seine starken Arme. Mhh, er sah so gut aus mit seinen smaragdgrünen Augen, den klassischen Gesichtszügen und dem verwuschelten bronzefarbenen Haar. Ich wollte am liebsten meine Hände darin vergraben, aber - Halt! Stopp! - was dachte ich denn da..? Ich kannte ihn doch gar nicht. Er schien meine Gedanken lesen zu können, denn schon rückte er etwas ab und ein amüsierter Ausdruck trat in seine Augen.

„Hallo Isabella Swan, ich heiße Edward Cullen.“

„Oh, Bella bitte und ich weiß....“
Leicht verwirrt sah ich zu im hoch, er war gut einen Kopf größer als ich.

„Hallo Bella, es ist mir eine Freude, dich kennenzulernen und glaub mir, ich habe schon so lange auf dich gewartet....“

Sprachlos sah ich ihn an, das waren genau meine Gedanken, als ich ihn eben das erste Mal gesehen hatte. Konnte es das geben? Ich glaubte nicht an die Liebe auf dem ersten Blick … aber ich konnte es nicht leugnen, ich fühlte mich sehr stark zu ihm hingezogen und es beruhte definitiv auf Gegenseitigkeit.

„Edward, mir geht es genauso. Ich verstehe das nur nicht...“, nervös fing ich an an meiner Unterlippe zu kauen.

„Bella, hab keine Angst, ich kann es auch noch nicht so ganz verstehen, aber...“
Mit diesen Worten rutschte seine rechte Hand langsam meinen Rücken hinauf, streichelte mich dabei zärtlich, bis sie meinen Nacken umschloss und mein Gesicht langsam zu sich hin zog. Ich lehnte mich bereitwillig fester an ihn und schob langsam meine Hände in seinem Nacken zusammen. Wir schauten uns wieder lange in die Augen und dann, ganz langsam, senkte er seine Lippen auf meine.

Augenblicklich schmolz ich dahin. Edward Kuss war zart und gleichzeitig so fest... Leicht öffnete ich unter seinem sanften und zugleich fordernden Druck meine Lippen, er stöhnte leise auf und zog mich noch fester in seine Arme. Gleichzeitig konnte ich auch nicht widerstehen und wühlte meine Hände in sein wunderschönes Haar. Auch ich stöhnte leise, denn Edward roch nicht nur gut, er schmeckte auch so. Als sich unsere Zungen berührten, explodierte in meinem Inneren etwas und unser Kuss wurde wilder.

Widerwillig löste Edward unseren Kuss und legte stark nach Atem ringend seine Stirn an meine.
„Bella, ich glaube, wir sollten jetzt doch erstmal einen Spaziergang machen“, hauchte er.

Schwer atmend schaute ich ihn an. Im ersten Moment war ich sehr enttäuscht, dass er unseren Kuss so schnell unterbrach. Aber ich war auch sehr aufgewühlt. Ich nickte ihm nur zu, denn zu mehr war ich noch nicht in der Lage.

Er nahm sanft meine Hand und hauchte mir zärtlich einen Kuss auf die Handinnenfläche...

Dieser Strandspaziergang sollte für immer mein Leben verändern...

4 Kommentare:

  1. Oh, das ist ja soo süß. :-)
    Da bin ich ja ganz neidisch! ;-)

    Oh, tut mir leid. *verlegen räsuper*

    Hallo meine Liebe :-)

    Ich muss sagen, WOW das ist der echte hammer! Der Blog ist wunderschön und soo romantisch!
    Wirklich, mir fehlen die Worte!
    Es sieht aus, als wäre das alles hier einem Märchen entsprungen! Wunderschön.. *seufz*

    Wirklich riesen Lob an Silvi!! Ich bin baff.. Wunderschön.

    So :-)
    Das musste einfach gesagt werden!

    Mehr gibts in der Mail ;-)

    Alles Liebe,
    Sonja. ♥

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  2. Tja, was sagt man dazu?
    Herzlichen Glückwunsch!
    Das ist ein grandioser Auftakt und ich freue mich schon aufs nächste Kapitel. So viel Romantik.
    Und Silvi hat auch ganze Arbeit geleistet. Es passt sehr schön zu dir.
    Die Idee mit der WG ist cool.

    CB

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  3. Hallo meine liebe,

    ich habe dich hier schon vor einiger zeit entdeckt und mir hat es riesigen Spaß gemacht deine Geschichten zu Lesen. (auch die der anderen)
    Aber von dieser Geschichte bin ich so gefesselt gewesen das ich sie gleich zweimal Lesen musste ;-)

    Romantik pur bitte schreib schnell weiter ich warte auch gern noch länger aber dann gib bitte ein Lebenszeichen von dir????

    Alles liebe und gute

    Nicole

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  4. Hey! Ich hab die Geschichte noch nicht gelesen, ich werde es wie ich mich kenne im Anschluss mit Begeisterung tun. Im Moment versuche ich wirklich schon fast verzweifelt Kontakt herzustellen. Plötzlich ist Minaras Musengarten weg!!!! Oh nein! Kannst du mir bitte (ich hoffe ich bin endlich bei der richtigen gelandet) sagen wo ich eure Geschichten jetzt noch finde? Ich Moment will ich ganz dringend "Mondfinsternis" lesen. Okay ich hab Mondfinsternis schon gelesen aber das letzte Mal ist schon ein Jahr her und naja ich liebe diese Geschichte. Aber ich finde sie asolut nicht mehr. Hilfe!!!!!

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