6. Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen


Edward beendete leider viel zu früh unseren Kuss. Er benahm sich echt wie „Mister Tugend“.
Er deckte uns mit seiner Bettdecke zu und ich kuschelte mich glücklich in seine Arme.
Ich war so erleichtert, dass er jetzt Bescheid wusste und, so wie es schien, wirkliches Interesse an mir hatte. Er stellte mir keine unangenehmen Fragen, sondern war mit dem zufrieden, was ich ihm erzählte. Mit diesem süßen Verhalten schlich er sich langsam aber sicher in mein kleines verletztes Herz … wo ich so lange niemanden mehr hineingelassen hatte. Ob er es schaffte, es wieder zusammenzusetzen? In mir keimte leise Hoffnung auf und ich klammerte mich daran.

Aber ich musste mir auch langsam über meine Gefühle klar werden. Oh ja, ich hatte großes Verlangen nach Edwards Nähe und war eindeutig scharf auf ihn … aber kannte ich ihn schon?
Die Antwort war wohl eindeutig Nein… aber das, was ich von ihm bis jetzt kennen gelernt hatte, gefiel mir sehr gut.
Es ging nur alles so schnell. Wir hatten uns doch erst vor nicht mal zwei Tagen zum ersten Mal getroffen, trotzdem fühlte ich mich bei ihm schon so sicher und geborgen.

Mich wunderte nur, dass er mich nicht weiter bedrängte, obwohl ich schon deutlich merkte, dass er erregt war. Würde er jetzt mehr wollen, würde und könnte ich ihn nicht aufhalten. Ich musste mich selber schon ziemlich beherrschen, um nicht über ihn herzufallen. Er roch und schmeckte einfach so gut und meine Hormone halfen mir auch nicht gerade.

Mein Kopf lag auf seiner nackten Brust und die Versuchung war groß, mit meiner Zunge an seiner Haut zu lecken, und dann...

STOPP!

Ich konnte mich gerade noch zurückhalten … irgendwie war die Situation jetzt nicht passend … da musste ich Edward schon insgeheim recht geben. Wir brauchten Zeit!

So völlig in Gedanken döste ich wieder ein und das Letzte, was ich spürte, war Edward, der mir einen Kuss auf den Kopf gab und „Schlaf gut, meine Bella“, flüsterte.


Als ich aufwachte, fiel warmes weiches Sonnenlicht durch die großen Fenster auf unser Bett. Ich lag immer noch in seinen Armen und so konnte ich Edwards Gesicht im Sonnenlicht betrachten. Er war einfach unfassbar schön. Sein Haar leuchtete in facettenreichen Bronze- und Rottönen.

Ich war noch ganz fasziniert von diesem Anblick, als er auch wach wurde und mich spontan anlachte.
„Wunderschönen guten Morgen meine Bella, hast du noch schön geschlafen?“
Fröhlich zog er mir an einer meiner Haarsträhnen, die mir ins Gesicht gefallen waren.

Wie konnte man morgens gleich nach dem Aufwachen so gute Laune haben? Ok, Ich hatte zwar gerade jetzt eigentlich auch gute Laune, aber das war nicht immer so.
Ich rückte etwas von ihm ab, um mich aufzurichten. Da machte sich meine Blase bemerkbar.
„Guten Morgen Edward…ich habe lange nicht mehr so gut geschlafen!“ Dabei lächelte ich ihn auch an.
„Aber, könntest du mir bitte sagen, wo ich ein Bad finde?“ Etwas verlegen schaute ich mich um.

„Natürlich, entschuldige bitte, dass ich nicht früher daran gedacht habe.“
Er sprang leichtfüßig aus dem Bett und reichte mir seine Hand. „Darf ich bitten..?“

Träumerisch sah ich ihn an. Was für ein Gentleman... Jetzt musste ich wieder lachen. Ich war mir sicher, so hatte mir noch keiner den Weg zum Klo gezeigt.
Schnell sprang auch ich aus dem Bett und blieb verwundert stehen, als Edward plötzlich scharf die Luft einzog. Was war los? Verwirrt schaute ich ihm in die Augen, die plötzlich so dunkel wurden und mich intensiv anschauten.

„Bella... du solltest dir doch bitte erst noch etwas... überziehen.“
Edward schluckte schwer, griff hinter sich und reichte mir schnell ein Hemd von ihm.

Erst jetzt wurde ich mir meines mehr als spärlichen Aufzugs bewusst.
Leicht verschämt nahm ich sein Hemd und zog es schnell an. Obwohl es ja nicht meine Schuld war … schließlich hatte er mich doch ausgezogen.
Das Kleidungsstück war mir viel zu groß und reichte fast bis zu meinen Knien. Ich musste ja jetzt ein schönes Bild abgeben, dazu mein Haar, das war bei mir nach dem Schlafen so zerzaust. Ich vergaß einfach immer, mir einen Zopf zu machen.

Dann hob ich demonstrativ meinen Kopf und sah ihn provozierend an.
„Besser so?“ Dabei ging ich mit leicht wiegenden Hüften und auf ihn zu und biss mir vor unterdrücktem Lachen auf die Unterlippe.

Sein Gesichtsausdruck war einfach fantastisch. Von kurzer Erleichterung bis hin zu aufflammender Begierde, konnte ich alles ablesen. Trotzdem entfuhr mir ein überraschter Laut, als er mich plötzlich mit einem verzweifelten Fluch auf den Lippen packte und energisch in seine Arme zog. Er küsste mich hart und verlangend, seine Hände fanden meinen Po und drückten ihn fast schmerzhaft fest an seinen harten Schoß.

Er war so grob und gleichzeitig so leidenschaftlich. Sofort stand ich in Flammen und schlang im Sturm meiner Gefühle die Arme um seinen Nacken. Edward hob mich hoch und meine Beine suchten Halt an seinen Hüften.
Tief stöhnten wir auf, als ich anfing mein Becken leicht kreisen zu lassen und mich so an seiner Erektion rieb. Lustvoll biss er mir leicht in meine Unterlippe. Ich fing innerlich an zu brennen und eine große Hitzewelle überrollte mich. Ich presste mich wild vor Verlangen an Edward. Seine Hände gruben sich tief in meinen Po und mir wurde schlagartig bewusst, dass uns nur zwei sehr dünne Stoffbahnen trennten. Mein einziger Gedanke war: „Ja, jetzt…schnell...“

Plötzlich drückte er mich gegen eine Tür. Ich hatte gar nicht mitbekommen, das wir uns bewegt hatten.
Er verharrte kurz, um den zusätzlichen Gegendruck der Tür zu genießen, dann drückte er die Klinke herunter, schob mich einfach von sich und stellte mich mitten im Raum ab. Ich sah ihn verdattert an und wusste nicht, was jetzt los war...
Bevor ich einen einzigen klaren Gedanken fassen konnte, meinte er ziemlich atemlos: „Hier ist das Gästebad ... ich brauche jetzt dringend … eine kalte Dusche!“
Schon war er fast verschwunden, drehte sich aber nochmal kurz zu mir um und sagte hastig: „Ach, das hatte ich fast vergessen. Da vorne liegen auch deine Sachen.“

Immer noch total überrumpelt drehte ich mich langsam wie in Trance in die gezeigte Richtung. Dort entdeckte ich neben meinen sauber gestapelten Klamotten und meiner Handtasche auch eine kleine Reisetasche, die mir verdächtig bekannt vorkam. Ich stammelte ein „Was...wie?“ und sah Edward mit großen Augen an.

„Eine der Bedingungen, die mir Alice gestern auferlegt hatte. Auf dem Heimweg bin ich kurz bei euch vorbeigefahren und habe die Tasche abgeholt.“ Mit diesen Worten war er nun endgültig verschwunden.

Total verwirrt starrte ich die geschlossene Tür an. Dann gaben meine Beine nach und ich sank auf den weichen Badteppich.
Oh Gott... was war da eben gerade passiert? Hatte ich mich wirklich Edward an den Hals geworfen? So schamlos...? Ich spürte immer noch die Hitze und mein Blut rauschen. Was war nur los mit mir? Ich zweifelte langsam an meinem Verstand ... ich musste dringend wieder einen klaren Kopf bekommen.
Was dachte Edward jetzt bloß von mir? Und wie hatte er es geschafft, so plötzlich aufzuhören? Denn er wollte mich, das hatte ich ganz genau gespürt! Und er war es ja auch gewesen, der so stürmisch angefangen hatte.
Oh... ich erinnerte mich wieder an die Situation und legte verzweifelt meinen Kopf auf meine angezogenen Knie.

Es war zu viel, zu schnell!

Die letzten 4 Jahre hatte ich das männliche Geschlecht höchstens auf eine Armlänge an mich herangelassen. Und jetzt... Eben noch heulte ich Edward wegen Jacob was vor und im nächsten Moment sprang ich ihm gleich an den Hals.
Ich schämte mich entsetzlich...so hatte ich das alles nicht geplant!

Langsam hob ich meinen Kopf und nahm erst jetzt das Bad um mich herum richtig wahr.
Es war in Weiß gehalten mit kleinen terrakottafarbenen Mosaikfliesen als Akzent und warmen Holzmöbeln. Diese waren mir schon in seinem Schlafzimmer aufgefallen.
Vorsichtig streckte ich meine Hand aus und fuhr über das weiche samtige Holz. Wirklich sehr gut verarbeitet.
Da fiel mein Blick auf die kleine Reisetasche. Ach Alice .. Ich nahm mir die Tasche und machte sie auf. Obenauf lag ein Zettel von Alice, das erkannte ich sofort an ihrer kritzeligen Handschrift.
Schon nach den ersten Zeilen musste ich leise lachen und schob meine trüben Gedanken zur Seite.


Vorsichtig linste ich über den Brief hinweg in das Innere und hätte vor Dankbarkeit gleich anfangen können zu heulen. Dort lag frische Unterwäsche zum Wechseln und ein dunkles Oberteil. Rose hatte auch an meine Hygieneartikel gedacht.
'Danke, danke, danke', schloss ich mein Dankesgebet.

Ich hatte es auf einmal sehr eilig, unter die Dusche zu kommen. Noch schnell aufs Klo und schon stand ich tief durchatmend unter dem heißen Wasserstrahl der Dusche. Hier konnte ich mich jetzt entspannen, um den gestrigen Abend nochmal Revue passieren zu lassen.

Erst war alles so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Ein schönes Essen und Edward dabei näher kennen zulernen.
Aber dann ... musste ausgerechnet Victoria mich in diesem Restaurant aufspüren. Einen besseren Zeitpunkt hätte sie sich ja dafür nicht ausdenken können. Was wollte dieses Biest nach so langer Zeit von mir? Hatte es wirklich mit Jacob zu tun? Wieso sollte ausgerechnet ich wissen, wo er war? Seit er sie kennen gelernt hatte, hatte er sich doch für mich gar nicht mehr interessiert...

Verflucht … diese ganze Sache riss meine alten Wunden wieder auf. Ich erschauerte kurz... … Ich wollte das alles nicht …
Schnell verschloss ich mein Herz vor alten Erinnerungen.

Etwas gefasster stieg ich aus der Duschkabine und trocknete mich ab.
Nachdem ich meine geföhnten Haare locker zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, besah ich mir meine Wechselklamotten genauer.
Ich hätte es ahnen sollen.
ALICE! Verdammt ... sie hatte mir meinen schwarzen Push-up-BH mit den vielen roten Herzen darauf eingepackt.

Sie konnte es einfach nicht lassen.
Schnaubend zog ich mich schnell an und war nur froh, das ich gestern eisern geblieben war und meine Lieblingsjeans gewählt hatte und nicht einen kurzen Rock. So fühlte ich mich gleich wohler.
Aber es kam noch besser, das dunkle Oberteil entpuppte sich als schlichter brauner dünner Pullover mit einem tiefen V-Ausschnitt.
Ich betrachtete mich im Spiegel und konnte noch so lange daran rumzupfen … der BH erfüllte komplett seinen Zweck. Oh man. Edward würden die Augen ausfallen bei dem tiefen Dekolleté.

Seufzend – ich konnte es ja doch nicht ändern – fasste ich all meinen Mut zusammen und verließ das Gästebad.
Jetzt musste ich mich erst einmal orientieren. Ich befand mich in einem hellen Flur mit vier Türen und am Ende führte eine dunkle Holztreppe nach unten.
Ich hörte aus dieser Richtung Geschirr klappern und folgte dem köstlichsten Duft, den es für mich am Morgen gab – abgesehen von Edwards Duft vielleicht – ...Kaffee! Ich brauchte jetzt ganz dringend meine allmorgendliche Droge!

Plötzlich wieder schüchtern trat ich in die Küche. Von hier aus konnte ich durch große geöffneten Flügeltüren auf eine helle Holzterrasse in einem kleinen gepflegten Garten mit alten Obstbäumen blicken.
Ebenso wie im Badezimmer beherrschten in seiner Küche diese warmen Holzmöbel den Raum, gepaart mit blanken Edelstahlflächen. Ich tippte auf norwegischen Ahorn.
Und ich konnte meiner Chefin Tanya in dieser Sache nur recht geben, Edward verstand sein Handwerk.

Besagter stand mit dem Rücken zu mir an einer luxuriösen und furchteinflößenden Kaffeemaschine, die fauchende Geräusche von sich gab.
Wow...sein Haar war noch feucht vom Duschen, er war barfuß und hatte eine abgewetzte Jeans mit einem schlichten grauen T-Shirt an.
Jetzt fing er auch noch an zu fluchen und schon spielten meine Hormone verrückt. Er war so verdammt süß.
Ich beobachtete ihn noch etwas und musste dann leise lachen. Er kämpfte mit der Kaffeemaschine!

Überrascht drehte er sich um und sein Gesichtsausdruck schien leicht verzweifelt. Daraufhin tat er mir spontan ein bisschen Leid; auch wenn ich immer noch kichern musste.

„Oh, da bist du ja, Bella... ich habe wirklich mein Bestes gegeben, aber leider ist mir der Milchschaum nicht so gut gelungen...“
Und schon hielt er mir einen großen Kaffeebecher mit liebevoll arrangiertem Milchschaum und Kakaopulver entgegen. Mit der anderen Hand fuhr er sich durch sein Haar und sah mich dabei so entschuldigend und gleichzeitig so hoffnungsvoll an...

Schwupp, da lag es...mein Herz… wild pochend und nur für ihn schlagend lag es ihm zu Füßen.
Ich hatte es so schnell nicht kommen sehen...aber ich hatte mich in Edward verliebt! Wow!

Vollkommen erstarrt schaute ich ihn an. Mein Verstand hatte große Probleme, das zu begreifen, was mein Herz schon längst verstanden hatte. Und dann fing ich an zu strahlen.

Er beobachtete mich die ganze Zeit über sehr unsicher und als er mich dann lächeln sah, hellte sich seine Miene vor Erleichterung auf.

„Vielen Dank Edward, der Milchschaum sieht doch perfekt aus.“
Dankbar nahm ich ihm den Becher ab und trank den ersten Schluck.
Himmel, der schmeckte gut.
Wenn ich nicht schon vorher diese Erkenntnis gehabt hätte, dann wäre wohl dies der nächste Grund gewesen, mich in ihn zu verlieben.
Er konnte wirklich sehr guten Kaffee kochen...
Ok, ich war ein Kaffee-Junkie; ich leugnete es nicht.

Ernst sah ich Edward in die Augen, wohl wissend, dass er auf eine Reaktion von mir wartete.
„Danke, der Kaffee ist wirklich sehr gut. Woher wusstest du...?“

„Von deiner Rose. Als ich gestern Abend anrief, um Bescheid zu geben, gab sie mir diesen Tipp.“ Er vertiefte unseren Augenkontakt. “Sie meinte, das könnte mir heute Morgen das Leben retten.“
Ein freches Grinsen stahl sich auf seine Lippen.
Jetzt trat er näher auf mich zu. „Und, stimmt das, meine Bella?“

Da musste ich nicht lange überlegen. „Oh ja, definitiv!“

Doch langsam bekam ich ein mulmiges Gefühl, was um Himmels Willen hatten Alice und Rose Edward nur alles erzählt..? Sobald ich nach Hause kam, würden die beiden mir Rede und Antwort stehen müssen. Leichte Verärgerung huschte über mein Gesicht.

Edward hob die Hand und strich mir die Stirn wieder glatt.
„Sei ihnen nicht böse, ich bin ihnen sehr dankbar und sie haben es nur gut gemeint.“ Dabei fing er an in mein tiefes Dekolleté zu schielen. Oh ja, ich sah seine Dankbarkeit in seinen verdunkelnden Augen. Aber ich konnte ihm nicht böse sein … da konnte man einfach nicht dran vorbeischauen.
Er fand den Weg zu meinen Augen wieder und legte seinen Arm auf meine Hüfte. Ich lehnte mich automatisch an ihn und es tat so gut, ihn zu spüren... Mhh...

Plötzlich stürmte ein gut gelaunter Emmett durch die offene Terrassentür herein.
„Habe ich etwa Kaffee gerochen?“
Zielstrebig steuerte er das Monstrum von einer Kaffeemaschine an.
„Guten Morgen ihr zwei Turteltauben, gut geschlafen?“
Schon fing die Maschine an zu fauchen und spuckte für ihn einen großen Becher dampfenden starken Kaffee aus.

Wir hatten uns nicht bewegt. Ich war leicht geschockt. Mit Emmett hatte ich nicht gerechnet. Und er schien auch überhaupt nicht überrascht zu sein, mich hier zu sehen. Edward wirkte nur etwas genervt von dieser Unterbrechung.
„Hast du eigentlich kein Zuhause, Em ?“ Vorwurfsvoll aber auch lachend sprach er ihn an.

„Doch, aber du hast doch jetzt diese tolle Maschine und bei mir drüben hatte ich heute Morgen nur noch dieses lösliche widerliche Zeug, brrrr. Ich bin einfach nicht zum Einkaufen gekommen.“
Er schloss kurz die Augen, um seinen ersten Schluck zu genießen.
„Hast du auch frische Bagels da?“ Dabei sah er uns verboten unschuldig an – und grinste kurz darauf herausfordernd.

Jetzt konnte Edward nicht mehr an sich halten und fing herzlich an zu lachen. „Ja, heute ist dein Glückstag. Sie liegen im Schrank, du kennst ja den Weg... Und du Bella, möchtest du auch etwas frühstücken?“

'Oh ja mein Lieber, aber nicht das, was du denkst', huschte mir spontan durch meine Gedanken. Oje, das konnte ja noch heiter werden.

„Danke, mir reicht mein Kaffee. Mir liegt noch das Essen von gestern Abend im Magen. Aber lass dich nicht aufhalten.“ Ich löste mich etwas widerwillig von ihm und wandte mich zur Terrassentür um.
Ich blickte in den natürlich schönen Garten und versuchte meine Gedanken zu ordnen.

Ich hörte, wie Edward zu Emmett ging und ihn leise ansprach.
„Ey Mann, was sollte das denn jetzt.“
Und Emmett nur ein „Was denn?“ antwortete. Dann ertönten leise Grunzlaute.

Ich wandte mich um und sah nur noch, wie Edward Emmett spielerisch in den Schwitzkasten nahm. Sie rangen kurz miteinander, um dann beide zu lachen. Es war für mich ein schönes, vertrautes Bild. Ich kannte es nur zu gut, da es mich an Alice und Rose erinnerte. Da musste ich leise lächeln.
Spontan fühlte ich mich hier in Edwards Küche richtig wohl.

Als mein Kaffeebecher leer war, ging ich zu den beiden zurück, die gerade am Küchentresen lehnten und Bagels verdrückten.
„Edward, wie komme ich eigentlich nach Hause?“

„Stimmt!“ Er schaute kurz auf die Uhr. „Sie meinten, sie würden dich um 10 abholen.“

„Was, wer sie?“ Völlig ratlos und überrascht schaute ich Edward an.

„Noch so ein Versprechen, welches ich Alice und Rose geben musste.
Sie wollten sich selber davon überzeugen, dass es dir gut geht und dich deshalb heute Morgen abholen.“
Wehmütig sah er mich an. „Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn ich dich heute noch ein klein wenig länger behalten könnte, meine Bella.“
Dabei zog er mir spielerisch an einer Locke, die sich aus meinem Pferdeschwanz gelöst hatte – so, wie er es kurz nach unserem Aufwachen schon getan hatte. Und so erinnerte es mich sofort an unseren heißen Zusammenstoß und Edward sah es wohl in meinen Augen, denn die Seinen verdunkelten sich augenblicklich. Unsere Blicke verschmolzen und ich konnte nicht anders, ich stellte mich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Augenblicklich reagierte er und beugte sich ein wenig zu mir herunter, damit ich mich nicht so strecken musste.

Plötzlich riss uns ein Klingeln aus unserer kurzen versunkenen Zweisamkeit – Emmett sprang schnell auf. „Lasst euch nicht stören, ich mach schon auf.“ Lachend lief er los.

Das Nächste, was ich wahrnahm, war eine quietschende Alice, die in die Küche gestürmt kam und mich laut begrüßte. „Das glaub ich doch nicht, da denke ich, ich muss dich trösten, weil du total fertig und traurig bist und was sehe ich? Du liegst in den Armen eines mir fremden Mannes und siehst weiß Gott nicht traurig aus. Ich dachte du heulst dir wegen Jacob die Augen aus?“
Sie blieb mitten in der Küche stehen und stemmte ihre Hände in die Hüften.

„Dir auch einen guten Morgen Alice. Darf ich dir Edward vorstellen und Edward, das ist meine Alice!“ Schnell machte ich sie miteinander bekannt. Denn schon warf sich mir Alice erleichtert in den Arm.

„Bella, wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht. Als Edward gestern Abend anrief, waren wir ganz aus dem Häuschen.“
Sie drehte sich zu ihm um. „Hallo Edward, schön dich persönlich kennen zu lernen und nochmal Danke, dass du uns angerufen hast.“
Jetzt war er an der Reihe, verdutzt aus der Wäsche zu schauen, da Alice an seinen Hals hing und ihn dankbar umarmte.

„Oh, gern geschehen“, stammelte dieser überrascht.

Da drehte sich Alice um und nahm mich wieder ins Visier. „Nun erzähl mal, wie war das mit Victoria, dieser blöden Schlampe?“ Dabei verzog sie verächtlich den Mund und ihre Augen funkelten.

Typisch Alice, sie nahm einfach kein Blatt vor den Mund.
„Bitte, kann ich euch das nicht später in Ruhe zu Hause erzählen? Und wo ist überhaupt Rose? Ich dachte, ihr wolltet mich gemeinsam abholen?“ Suchend sah ich mich um, konnte aber weder Rose noch Emmett ausmachen. War er wieder gegangen? Merkwürdig, er hatte sich gar nicht verabschiedet.

„Ach Rose, die ist an er Tür irgendwie an diesem, ich glaube er hieß Emmett, klebengeblieben.“ Sie nahm sich einen Bagel aus der offenen Tüte und linste zur Kaffeemaschine rüber.

Edward sah dies natürlich und bot ihr gleich einen Kaffee an, nach ihrer Zustimmung machte er sich gleich ans Werk.

„Was?“ neugierig guckte ich sie an. „Was meinst du damit, klebengeblieben?“

„Schau doch selbst.“ Lachend beobachtete Alice das komplizierte Spiel, welches Edward mit der Kaffeemaschine begonnen hatte.

 

2 Kommentare:

  1. Hot!
    Da wäre es ja fast passiert!
    Die kalte Dusche brauchen deine Leser auch, wenn du so weitermachst. :-)
    Aber, wo ist Jacob? *hechel*

    CB

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  2. Also das mit der kalten dusche muss ich auch zurück geben also als leser muss man selbst aufpassen lach.
    Habt ihr super hinbekommen.
    Ich leibe dein schreibstiel schon jetzt =)

    Lg Steffi

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