
Etwas überrascht blickte ich auf die andere Straßenseite und betrachtete das rote klassische Backsteingebäude. Es erstreckte sich über drei Etagen und ich konnte leises Sägen und Hämmern hören. Ungläubig kontrollierte ich zum dritten Mal den Zettel mit der Adresse, die ich von Tanya bekommen hatte. Aber ja doch, `Tree-Brothers´ – es stimmte.
Ruckartig nahm ich den Kopf hoch und schaute mich nervös um, ich hatte schon den ganzen Weg hierher so ein komisches Kribbeln im Nacken.
Aber ich konnte niemanden entdecken, der ein sonderliches Interesse an mir zu haben schien. Komisch... ...aber ich war wohl einfach nur etwas hibbelig, wegen dem Treffen heute Morgen.
Ich steckte den Zettel tief in meine Handtasche und lief schnell über die Straße. Kurz blieb ich vor der Tür stehen, holte tief Luft, straffte meine Schultern und trat ein.
Wow... mit diesem außergewöhnlichen Anblick hatte ich nicht gerechnet.
Rechts von mir befand sich der sehr einladende Empfang, wo eine hübsche Brünette mittleren Alters mich freundlich anlächelte und auch gleich begrüßte. Aber links von mir konnte ich durch eine gläserne Wand in eine riesige Werkstatthalle blicken. Dort wurde fleißig an verschiedenen Holzmöbeln in den unterschiedlichsten Stadien gearbeitet. Und das mitten in New York City...
Staunend trat ich vor und beobachtete interessiert, wie die Arbeiter werkelten. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Von außen sah man es dem Gebäude nicht an. Ich musterte die Decke der Halle und bemerkte, dass die Zwischendecken komplett entfernt worden waren. Licht fiel durch die riesigen Dachfenster, die Luft wirkte leicht diffus, weil Holzstaub darin herumwirbelte. Es sah irgendwie aus, als ob diese Halle einer anderen Zeitepoche entsprungen wäre. Es roch herrlich nach Holz, allerdings kitzelte es mir schon in der Nase.
Ich kräuselte sie gerade, als ich leise angesprochen wurde.
„Guten Morgen, Isabella Swan, wie ich sehe, haben Sie schon das Herzstück unserer kleinen Firma entdeckt.“
Ich drehte mich um und blickte in die strahlend blauen Augen von Jasper Whitlock, der mir einladend die Hand entgegenstreckte.
Ich reichte ihm lachend die meine.
„Guten Morgen, Mr. Whitlock. Darauf können Sie aber wirklich sehr stolz sein. Dies ist eine sehr imposante Halle.“
„Danke, das sind wir.“ Er ließ seinen Blick durch die Halle wandern und ich konnte den Stolz in seinen Augen sehen.
Freundlich bat er mich: „Kommen Sie, Edward hat mich gebeten, Sie nach oben zu begleiten.“
Während wir die alte geschwungene antike Holztreppe nach oben gingen, fiel meine Nervosität gänzlich von mir ab und eine angenehme Ruhe überkam mich. Ich kannte Jasper zwar noch nicht so genau, aber irgendwie mochte ich ihn. Er strahlte so eine angenehme Atmosphäre aus. Edward hatte wirklich zwei sehr bemerkenswerte Freunde an seiner Seite.
Ich konzentrierte mich wieder auf mein bevorstehendes Treffen mit Edward und mein Körper fing in freudiger Erwartung an zu kribbeln. Mist... ich versuchte es zu ignorieren, schließlich ging es jetzt um Geschäftliches. Da hieß es, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Ich begann, nun doch wieder nervös, an meiner Unterlippe zu kauen.
Vor Edwards Büro drückte mir Jasper aufmunternd die Hand, bevor er anklopfte und mir die Tür aufmachte.
Da stand er... vertieft in Konstruktionspläne, die auf seinem großen Schreibtisch verteilt lagen. Hinter ihm erstreckte sich ein riesiges Fenster, von dem man auf die Werkstatthalle hinabblicken konnte.
Sobald er uns bemerkte, drehte er sich um, fuhr mit der freien Hand durch seine eh schon wild zerzausten Haare und lächelte mich schief an. Oh mein Gott... Mein Herz fing sofort an, wie wild zu klopfen. Ich konnte noch so sehr versuchen, meine Reaktionen auf ihn zu unterdrücken, es gelang mir nicht.
Mein Herz zog sich vor Liebe fast schon schmerzhaft zusammen und ich wäre ihm am liebsten gleich in die Arme gesprungen und hätte ihn wild geküsst, oder besser noch, gleich zu Boden gezerrt und... Oh man, das konnte ja noch lustig werden...
Mit einer samtweichen Stimme, die meine Knie weich werden ließ, begrüßte er mich. „Guten Morgen, meine Bella...“, dann drehte er sich aber wieder zu Jasper um. „Danke dir... wir sehen uns dann später.“
Ich hörte, wie Jasper hinter mir die Tür schloss und schon waren wir allein...
Edward kam langsam auf mich zu und ich hatte das Gefühl, als ob er mich mit seinem Blick verschlingen würde. Ich bewegte mich keinen Millimeter. Dicht vor mir blieb er stehen und hüllte mich mit seinem herrlichen Duft ein. Ich sog ihn tief ein und wollte gerade ein `Guten Morgen´ hauchen, als er mein Gesicht sanft zwischen seine Hände nahm.
Tief schaute er mir in die Augen, dann fuhr er mit seiner Nase von meinem Ohr bis zu meiner Kehle und dann bis zu meinen Lippen. Dabei atmete er tief ein und genoss es sichtlich.
Von meinen Gefühlen für ihn überwältigt, schloss ich meine Augen und öffnete einladend meine zitternden Lippen. Er stöhnte leise und küsste mich sehr leidenschaftlich.
Schlagartig waren meine guten Vorsätze vergessen. Wie hatte ich jemals daran denken könne, dass dieses Treffen rein geschäftlich ablaufen würde? Heiß wallte mein Verlangen auf, fuhr mir in alle Glieder. Mir entglitt meine Tasche, ich schlang meine Arme um seinen Hals. Suchte und fand seine wunderschön zerzauste Haarpracht, krallte mich in ihr fest und zog Edward noch dichter an mich heran. Stürmisch erwiderte ich seinen Kuss und saugte voller Lust an seinen Lippen, ließ ihn dabei meine Zähne spüren.
Er keuchte vor Schmerz leicht auf, schob mich rückwärts gegen die Wand und hielt mich mit seinem Körper dort gefangen, dabei schob er sein rechtes Bein zwischen meine Beine. Stöhnend öffnete ich sie einladend so weit, wie es mein leider sehr enger Rock zuließ und rieb mich leicht an ihm. Oh Gott, ich stand jetzt schon in Flammen. Mein ganzer Körper kribbelte und fieberte geradezu nach seiner Berührung.
Als ob Edward meine Gedanken lesen könnte, gingen seine Hände auf Wanderschaft, strichen zärtlich aber mit angenehmem Druck seitlich an meinem Körper hinunter. Er drückte meinen Po fest an sich, fuhr dann an meiner Hüfte langsam wieder hoch, dabei schob er meinen Rock etwas höher und sein Oberschenkel drängte sich weiter zwischen meine Beine. Wie ein Blitz schoss es mir in meinen bereits feuchten Schoß. Tief keuchte ich auf und presste mich haltsuchend an sein Bein.
Seine Hände schlossen sich besitzergreifend um meine Brüste und quälten dort meine wartenden festen Knospen. Ich hob sie ihm auffordernd entgegen. Mit schnellen geschickten Fingern hatte er mir meine Bluse geöffnet und umschloss durch den zarten weißen Spitzenstoff meines BHs eine meiner schmerzenden Knospen mit seinen Lippen. Aber es war ihm nicht genug. Ungeduldig schob er knurrend den störenden Stoff zur Seite, biss zärtlich zu und saugte an ihr.
Völlig von meiner Lust berauscht legte ich den Kopf nach hinten gegen die Wand. Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich nahm nur noch Edward wahr, mit jeder Faser meines Körpers, der geradezu nach Erlösung schrie.
Ein energisches Klopfen an der Bürotür holte uns schlagartig in die Gegenwart zurück. Geschockt erstarrten wir und sahen uns an. Kurz blitzte Wut und Enttäuschung in seinen Augen auf, dann schüttelte er leicht seinen Kopf und schaute zu Tür. „Moment bitte!“
Er wandte sich mir wieder zu und sein Blick wurde weicher. „Wunderschönen guten Morgen, meine Bella. Ich habe dich heute Nacht sehr vermisst.“ Schief lächelte er mich an und schob mir eine Haarsträhne, die sich aus meinem Zopf gelöst hatte, hinter mein Ohr.
Ich brauchte noch einen Moment, wo ich ihn nur wortlos anstarrte. Ich versuchte gerade das Geschehene zu verarbeiten und meinen Körper unter Kontrolle zu bringen. Würde Edward mich nicht weiterhin mit seinem Körper an der Wand fixieren, hätten meine Beine schon nachgegeben.
Als langsam das Begreifen in meinem Gehirn einsetzte, wurde ich knallrot im Gesicht. Ich blickte zu Boden und versuchte mich von ihm zu lösen.
Oh Gott, hatten wir wirklich hier im Büro fast Sex miteinander...? Verfluchter Mist! Toller Start... Hoffentlich hatte das jetzt keiner mitbekommen. Verlegen rückte ich meinen BH zurecht und schloss meine Bluse mit immer noch zitternden Händen. Edward schob seine Hände über meine und zwang mich so inne zu halten.
„Bella?“ fragte er mich leise.
Erst jetzt sah ich ihm wieder in seine unwiderstehlichen saphirgrünen Augen. Was ich in ihnen las, ließ mich aufseufzen. Er war einfach so verdammt süß, mit diesem betroffenen, sorgenvollen Gesichtsausdruck. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich noch kein einziges Wort zu ihm gesagt hatte. Wenn ich nicht ohnehin schon rot vor Verlegenheit gewesen wäre, dann spätestens jetzt.
„Oh entschuldige... Guten Morgen Edward, was für eine - heiße Begrüßung.“ Ich spürte immer noch warm mein erregtes Blut durch die Adern fließen.
„Da hast du wohl recht... Bei der nächsten Gelegenheit sollten wir mal darüber reden, Bella.“ Resignierend schaute er zu Tür, wo es wieder, jetzt noch energischer, klopfte. „Aber jetzt wird es wohl Zeit, über deinen Job hier zu sprechen. Komm mit, bestimmt steht Emmett schon ganz ungeduldig vor der Tür.“
Nein, nicht auch das noch. Schnell kontrollierte ich meine restliche Kleidung, strich mir den Rock glatt und versuchte meine Haare ordentlich zusammenzubinden. Aber es nützte wenig, ich war noch so erhitzt, dass es Emmett bestimmt gleich bemerken würde.
Und ich behielt Recht. Sobald Edward die Tür öffnete und Emmett hereintrat, schlich sich ein spitzbübisches Lächeln auf seine Lippen.
„Oh... Guten Morgen, Bella! Ich habe doch wohl nicht bei einer wichtigen Besprechung gestört, oder?“ Frech wechselte sein Blick von mir zu Edward, der leicht verärgert wirkte.
„Emmett, dein Timing war mal wieder einfach großartig...“ Edward knuffte ihn in die Schulter. Als dieser dann überraschend ein 'Au... ey!' ausrief, wurde seine Laune wieder besser. „Bella, kommst du bitte, ich möchte dir gerne das Büro zeigen.“
„Na klar...“ Schnell hob ich meine Handtasche auf. „Guten Morgen, Emmett!“ Leicht verlegen schaute ich ihn an. Aber sein fröhliches Grinsen war sehr ansteckend und ich musste nun auch lachen.
Gemeinsam gingen wir den Flur hinunter. Am anderen Ende befand sich ein kleines Büro, welches nur so mit Aktenordnern und Kisten vollgestopft war. In der Mitte stand ein kleiner Schreibtisch und, ich traute meinen Augen nicht, eine Schreibmaschine. Völlig verblüfft starrte ich Edward und Emmett an. Wollten sie mich irgendwie auf den Arm nehmen? Das konnte doch jetzt nicht ihr Ernst sein?!
„Ähm, tja... tolles Büro, Jungs.“ Etwas ratlos sah ich mich weiter um.
Emmett lachte Edward an und meinte: „Hab´ ich es dir nicht gesagt, sie wird begeistert sein?“, und prustete los.
Edward versuchte, sich zu erklären. „Also Bella, leider musste uns unsere treue Bürokraft Miss Clearwater verlassen. Sie zieht nach Port Angeles zu ihrer Tochter, welche jetzt ihr drittes Kind bekommen hat und Unterstützung braucht. Sie war wirklich sehr kompetent und deswegen haben wir sie ihre Arbeit machen lassen, so wie sie es gewohnt war...
Aber jetzt, wo wir mit Tanyas Firma fusionieren wollen, brauchen wir dringend eine Zwischenbilanz, Liquiditätsübersicht und einen Forecast für die nächsten Jahre. Und nach dem, was Tanya uns über dich erzählt hat, bist du in der Lage, dich durch dieses antike Chaos zu kämpfen und die Unterlagen zu erstellen, die ein Geschäftspartner braucht, um unsere wirtschaftliche Situation beurteilen zu können.“
Abwartend beobachtete mich Edward, wie ich wohl reagieren würde.
Leicht irritiert und mit großen Augen blickte ich ihm ins Gesicht. „Ist das dein Ernst? Sie hat wirklich eure komplette Buchhaltung so abgewickelt? Ohne PC?“
Neugierig schon ich ein paar Kisten zur Seite und entdeckte einen Stapel sehr großer Bücher... waren das etwa... Ich nahm eins in die Hand und schlug es auf. „Das sind ja wirklich alte T-Konten Bücher. So etwas habe ich am Anfang meines Studiums zuletzt gesehen.“ Ehrfürchtig blätterte ich um. „Unser Prof hat uns ein altes T-Kontenbuch gezeigt, welches er noch aus seiner Jugend hatte. Aber dieses hier ist in einen hervorragenden Zustand.“ Mit leuchtenden Augen strahlte ich Edward an, der wohl sein Glück nicht so recht fassen konnte.
„Du kennst dich wirklich mit diesen alten Methoden aus?“ Jetzt starrte er mich ungläubig, aber auch sichtlich erleichtert an. „Ich kenne nur die neuen Programme, wo ich meine Zahlen einfach nur eingebe und zum Schluss das Ergebnis von alleine rauskommt. Ich muss aber auch gestehen, dass mich dieser Buchführungskram nicht wirklich interessiert hat.“
„Genau, ich kenne mich zwar etwas aus, aber ich habe definitiv nicht die Geduld, die eindeutig nötig ist, um sich durch diese Bücher zu quälen!“ Mit diesen Worten nahm Emmett eines der Bücher hoch und musterte es ratlos.
„Na dann habt ihr ja Glück, dass ich es geradezu liebe, meine Nase in alte Bücher zu stecken.“ Amüsiert nahm ich Emmett das Buch wieder ab und legte es ordentlich wieder zurück, ich wollte nicht schon jetzt alles durcheinander bringen, denn wie ich mittlerweile bemerkt hatte, war dieses Büro sehr effizient geordnet. Altmodisch, aber sehr übersichtlich.
„Ich sehe schon, wir scheinen die Richtige gefunden zu haben. Dann wünsche ich dir viel Glück und frohes Schaffen.“ Langsam schlenderte er hinaus, drehte sich aber in der Tür noch mal um. „Wenn du etwas brauchst, ich habe das Büro genau neben Edward.“ Dann zwinkerte er mir zu und war verschwunden.
Edward kam zu mir und lehnte sich an die Schreibtischkante. Er beobachtete mich genau. „Meinst du wirklich, dass du hiermit klarkommst, Bella?“
Ich konnte sein Bedenken verstehen. Normalerweise würde ein Büro in diesem Zustand doch sehr abschreckend wirken. Er konnte ja nicht ahnen, dass ich mich schon immer eher für die altmodischen Sachen interessiert hatte und es mir ein Vergnügen sein sollte, mich durch diese Aktenordner zu arbeiten.
„Edward, bitte... du kannst mir glauben, es wird mir sogar Spaß machen!“
Nach circa drei Stunden und bestimmt meinem vierten Kaffee war ich mir da schon nicht mehr so sicher.
Klar, es machte mir wirklich Spaß, aber es lag noch ein großes Stück Arbeit vor mir. Puh, ich hatte mir schon die Schuhe ausgezogen und die Ärmel hochgekrempelt. Auch könnte man meinen, das totale Chaos wäre ausgebrochen, da jetzt überall Aktenordner und Bücher herumlagen, aber ich hatte mittlerweile schon einen ganz guten Überblick bekommen. `Tree Brothers´ war ein florierendes Unternehmen.
Auch über mangelnde Aufmerksamkeit konnte ich mich nicht beklagen. Edward war jetzt bestimmt schon fünf Mal da gewesen, aber ich hatte ihn immer wieder mit einem Grummeln weggeschickt, da ich in den Zahlen vertieft war, woraufhin er mit einem glücklichen Lächeln wieder verschwunden war.
Und jetzt steckte gerade Emmett seinen Kopf durch die Tür.
„Hey, Bella... alles ok., oder bereust du es schon?“ Er kam auf mich zu geschlendert, wobei er vorsichtig zwei Bücherstapeln auswich.
„Nein, Emmett, ich habe auch langsam einen kleinen Überblick.“ Ich legte meine Ordner zu Seite und trank noch einen Schluck von meinem inzwischen natürlich kalten Kaffee, brrr. Und beobachtete Emmett, der auf einmal etwas verlegen wurde.
„Bella... ich wollte dich noch etwas fragen?“ Jetzt wurde er doch tatsächlich ein bisschen rot. Mein Gehirn fing an, auf Hochtouren zu laufen. Etwas unbehaglich biss ich mir auf die Unterlippe.
„Ich... ehm...“ Er räusperte sich. „Könntest du mir vielleicht die... Handynummer von ...Rose geben..?“ Jetzt sah er mich an wie ein kleiner Schuljunge, der etwas ausgefressen hatte, und trat unsicher von einem Fuß auf den anderen.
Da lachte ich erleichtert auf. Oh, war das schön, irgendetwas war da zwischen den beiden. Allerdings konnte ich mich auch noch sehr genau an Rose' Laune gestern erinnern. Ich wollte mich da eigentlich nicht einmischen, dachte mir aber, dass ich Emmett etwas auf die Sprünge helfen sollte.
„Na klar, warte, ich habe in meiner Tasche noch eine Karte von ihr.“ Ich wühlte und fand sie in einem Nebenfach meiner Handtasche und reichte sie ihm.
Dabei bemerkte ich auch, dass zwei Anrufe in Abwesenheit auf meinem Handy eingegangen waren. Ich schaute schnell nach, aber es waren beide `unbekannte Rufnummer´. Ich runzelte meine Stirn und steckte das Handy dann wieder weg. Bevor ich mir weiter Gedanken machen konnte, ließ mich Emmetts Stimme aufblicken.
„Danke Bella, du hast was gut bei mir.“ Freudestrahlend wollte er schon gehen.
„Warte, ich habe aber noch einen Tipp für dich... Wenn du Rose beeindrucken möchtest, wirst du wohl ein perfekter Gentleman sein müssen.“ Oh man, hoffentlich bekam sie das niemals raus, sie würde ja so etwas von wütend sein; ja, meine Rose... Aber ich mochte Emmett einfach und ich fand, es war ok.
Emmett strahlte mich an, nahm meine Hand, hauchte einen süßen Kuss darauf und meinte. „Aber Bella, das bin ich doch immer.“
Dann drehte er sich um und wollte gerade aus dem Büro verschwinden, als er plötzlich mit Edward zusammenstieß. Der stand in der Tür und hatte gerade mit finsterer Miene die Szene beobachtet.
Emmett nahm gleich die Hände hoch, schlängelte sich an ihm vorbei und meinte neckend entschuldigend: „Sie gehört ganz dir!“
Edward schaute ihm etwas missmutig hinterher, dann kam er zu mir. „Ach, Emmett darf dich also stören, aber ich nicht?“
„Doch natürlich darfst du mich stören. Möchtest du schon mal den ersten Bericht von mir haben?“
Ich sah wieder auf den Ordner runter, den ich zur Seite gelegt hatte; dabei sortierte ich in Gedanken die Daten, die ich ihm nennen wollte, als ich ein Kitzeln an meinem rechten Ohr spürte.
Erschrocken drehte ich meinen Kopf und blickte Edward direkt in die Augen. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass er so schnell neben mir war. Augenblicklich ertrank ich in seinen wunderschönen Augen, ich konnte nicht widerstehen und küsste ihn schnell. Das war wohl in seinem Sinne, denn er zog mich an sich und vertiefte unseren Kuss.
Als wir uns schwer atmend voneinander lösten, sah er mich durchdringend an und meinte: „Bella, können wir uns heute Abend noch sehen, bitte? Ich denke wirklich, wir sollten mal über uns reden.“ Abwartend musterte er mich.
Oh, er hatte gerade `uns´ gesagt. Mein Herz schlug Purzelbäume. Ich fing an zu strahlen und freudige Erwartung erwachte in mir. „Natürlich, sehr gerne.“
Edward gab mir einen zärtlichen Kuss. „Gut, dann nehme ich dich heute Abend mit zu mir. Vorher können wir gerne noch bei dir vorbei, damit du ein paar Sachen einpacken kannst.“
Überrascht schaute ich ihn an, war das jetzt sein Ernst? Oh, da sollte ich wohl noch mal drüber nachdenken. Ich stieß ein gedehntes `okaaay´ raus und schon war er wieder verschwunden.
Nachdenklich lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück und überlegte, wie Edward das eben gemeint hatte, er wollte tatsächlich, dass ich über Nacht da blieb. Ich erinnerte mich noch an die Nacht bei ihm, die war sehr schön und ehm... interessant gewesen... ich hatte wirklich gut geschlafen.
Wenn ich allerdings an meine letzte Nacht und den Traum dachte, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Schnell schob ich diesen Gedanken zu Seite. Ich musste etwas unternehmen. Ich überlegte fieberhaft, ob ich nicht Edward von Tanyas Absichten erzählen sollte. Ich hatte aber auch Angst, wie würde er reagieren? Wäre er dann nicht auch irgendwie böse auf mich?
Ein quietschendes „Bellaaaa!“ riss mich aus meinen finsteren Gedanken und ich schaute erschrocken zur Tür. Ich konnte es nicht glauben: Alice kam fröhlich hüpfend in mein Büro gesprungen. Hinter ihr erklangen laute Rufe und ein leicht irritierter Jasper tauchte schwer atmend in der Tür auf. Dort blieb er stehen und schaute Alice mit seinen stechenden Augen durchdringend an.

Hotter!
AntwortenLöschenWeißt du, was mir schon öfter aufgefallen ist, aber hier am meisten?
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto runder werden die Formulierungen. Am Anfang ist es erst ... naja steif will ich nicht sagen, aber zum Ende hin wird es eben noch ein bisschen perfekter. Fabelhaft, die Szene im Büro. *schwitz*
Habe einen freien Lesesonntag und deswegen schaffe ich noch eins, juchhu!
CB