18. Jacob

Eng umschlungen lag ich mit Edward auf dem Teppich in seinem Büro. Er legte so viel Leidenschaft und Zärtlichkeit in seinen Kuss, dass es mir ganz warm ums Herz wurde. Vergessen waren meine Befürchtungen, dass er mich zurückweisen würde. Ich konnte mein Glück kaum fassen ... er vertraute mir ... er liebte mich.

Seine Hände waren unter mein Top gewandert und kneteten sanft meine sehnsüchtig wartenden Brüste, seine Erektion presste sich hart an meinen Oberschenkel. Verlangend und stöhnend rieb ich mich an ihm, meine Hände lagen auf seiner Brust und ich fühlte sein Herz genauso schnell schlagen wie mir das Blut durch die Adern rauschte. Sein einzigartiger Duft berauschte mich und ich war kurz davor, alles um mich herum zu vergessen ... wo wir waren und warum wir hier auf dem Boden lagen.

Doch plötzlich schoss mir der Gedanke an Victoria durch den Kopf.

NEIN ... ich konnte mich nicht in Edwards starken Armen verlieren, das konnte ich jetzt leider noch nicht zulassen. So viel ... zu viel war in den letzten Stunden auf mich eingestürzt, dass ich mit meinen Gedanken kaum hinterher kam.

Diese wundervolle Nacht, in der wir uns immer wieder geliebt hatten... Der unbeschwerte Morgen danach, gekrönt von unserem neckenden Abschied in seinem Auto... Emmetts ‚rosige’ Erscheinung... Das nervenaufreibende aber erfolgreiche Gespräch mit Tanya… Und dann meine Bewerbung bei Edwards Firma und meine Beichte, als ich ihm alles gestand, was ich bisher verschwiegen hatte…

All das schien in Edwards Armen Lichtjahre entfernt zu sein, und nicht erst wenige Stunden.

Nur zu gern wollte ich unsere Versöhnung auskosten und mich unserer Leidenschaft hingeben. Angenehm rau spürte ich seine Zunge über meinen Hals gleiten und ich wusste, würde er meine harten Brustspitzen erreichen, wäre es um mich geschehen. Mit einem letzten genießerischen stöhnen löste ich mich aus seiner Umarmung und schob ihn ein wenig von mir herunter.
Es gab noch etwas, das ich unbedingt erledigen musste, bevor ich mich endgültig frei fühlte, um ein neues Leben mit Edward beginnen zu können.

Sein verletzter und verwirrter Gesichtsausdruck ließ mich fast wieder schwach werden, aber ich fühlte, dass es keinen Aufschub duldete. Beruhigend legte ich eine Hand an seine Wange und schaute ihm tief in seine geweiteten Augen.

„Ich muss dir noch etwas sehr Wichtiges sagen“, begann ich, als er meinen Blick erwiderte. „Ich habe die letzten Tage das Gefühl, verfolgt zu werden und ich denke, es ist Victoria... Edward, ich komme nicht drum herum, ich muss mich mit Jacob treffen!“

Er starrte mich an, als sei mir gerade ein zweiter Kopf gewachsen.
„Das kann unmöglich dein Ernst sein“, polterte er los. „Du schuldest diesem Schwein und seiner psychopathischen Frau überhaupt nichts…“

„Nein“, stimmte ich zu, „ich schulde ihnen nichts. Aber... ich schulde es mir!“

Verwirrt runzelte er die Stirn. Ich konnte erkennen, wie er versuchte, den Sinn meiner Worte zu begreifen.

„Ich habe mich jahrelang vor ihm und der Welt versteckt ... bin einfach weggelaufen“, versuchte ich zu erklären. „Das muss jetzt endgültig vorbei sein. Ich will keine Angst mehr vor den Schatten der Vergangenheit haben.“

Seit ich Edward kannte, fing ich wieder an, richtig zu leben und fühlte mich wie ein neuer Mensch – oder auch wie die alte Bella. Seine Liebe und sein großes Vertrauen brachten Stück für Stück mein altes Selbstvertrauen zurück. Durch ihn spürte ich wieder, wie viel Leben und Energie noch in mir steckten. Und das Wichtigste: ich fühlte mich liebenswert!

Als Jacob mich wegen Victoria verließ, war all das mit ihm zusammen zur Tür hinaus verschwunden.
Ich hatte mich verängstigt von allen Männern ferngehalten und zugelassen, dass Tanya jahrelang auf mir herumtrampeln konnte. Doch mit ihr war ich heute ein für allemal fertig geworden. Durch diesen Sieg fühlte ich die Kraft in mir, mich nun auch endlich Jacob zu stellen.

Es gab nichts, wovor ich mich fürchtete oder womit ich nicht fertig werden konnte, solange Edward an meiner Seite war. Dieses Gefühl war so unglaublich, ich konnte es immer noch nicht ganz fassen und mein Herz quoll über vor Glück.

Edward stieß einen Laut aus, der große Ähnlichkeit mit einem Knurren hatte und brachte mich damit zurück ins Hier und Jetzt.

„Bella, du wirst dich nicht mit ihm treffen.“ Hart bohrte sich sein Blick in meinen. „Ende der Diskussion.“

Trotz des Ernstes seiner Worte musste ich mir ein Lächeln verkneifen. Edward war einfach umwerfend süß, wenn er aus Sorge um mich so bestimmend wurde. In einer Nanosekunde wurde aus dem sanften Mann ein Löwe, der sein Revier vor jedem Eindringling schützen würde. Mein verräterischer Körper reagierte sofort darauf und ich erschauerte wohlig.

„Edward, bitte sei vernünftig. Erst durch dich habe ich wieder angefangen zu leben. Erst durch dich habe ich begriffen, was Liebe wirklich sein kann ... sie sein muss!“ Mit meinen Fingern versuchte ich auf seiner Stirn eine Sorgenfalte zu glätten. „Aber ich fühle, dass ich erst wirklich frei sein werde, wenn ich mit diesem Kapitel abgeschlossen habe. Und dieses Treffen wird mir helfen, einen Schlussstrich zu ziehen.“

Er sah mir lange in die Augen. Was auch immer er in meinem Blick suchte, schließlich schien er es gefunden zu haben. „Gut ... aber ich begleite dich“, sagte er entschlossen.

Abwehrend schüttelte ich den Kopf. Als er etwas sagen wollte, legte ich ihm schnell einen Finger auf die Lippen. „Ich gehöre dir, Edward. Nur dir. Solange du mich willst.“ Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, strich mit meinem Finger über seine vollen Lippen und musste mich stark zusammenreißen, vor Sehnsucht meine Lippen nicht folgen zu lassen.
„Aber ich muss mich allein mit Jacob treffen. Nur so ist es mir möglich, mit dieser ganzen Angelegenheit abzuschließen. Das ist mir all die Jahre nicht gelungen, weil ich mich nie mit Jake ausgesprochen habe. Du musst mir vertrauen, Edward.“

„Dir vertraue ich ja. Aber diesem Bastard nicht!“, fauchte er und ich spürte sehr deutlich, wir er anfing, sich vor Wut zu versteifen.

Ich nahm seinen Kopf zwischen meine Hände um ihn zu beruhigen und meinen Worten die Härte zu nehmen.
„Es ist sehr wichtig für mich, dass ich allein mit ihm rede ... bitte!“, beharrte ich. Wir schauten uns wieder sehr lange in die Augen und ich versank in seinem Blick. Jetzt gab ich meinem Verlangen nach und gab ihm einen Kuss, den er sehr leidenschaftlich aber auch sehr besitzergreifend erwiderte.

Diesmal beendete er unseren Kuss und legte schwer atmend seine Stirn an meine.
„Also gut“, gab er nach, „ich lasse dich allein mit ihm reden. Aber ich begleite dich und beobachte das Treffen aus der Ferne. Sobald dieser Hund irgendwas versucht, werde ich eingreifen.“

Ich nickte erleichtert. Mit diesem Kompromiss konnte ich gut leben. „Dann rufe ich Jake am besten gleich an. Je schneller ich es hinter mich bringe, desto besser.“ Entschlossen sah ich mich nach meiner Tasche um und machte Anstalten aufzustehen, wurde aber von Edward aufgehalten, der mich an meinen Schultern festhielt.

„Triff dich mit ihm im Starbucks an der Ecke 38ste und East Street“, verlangte er.

Ich wusste sofort, warum er diesen Treffpunkt vorschlug. Diesen Starbucks kannte ich gut, er hatte sehr große Fensterfronten, so dass man von außen jeden Winkel des Lokals einsehen konnte. Unweigerlich fing ich an zu lächeln. Dort konnte mich Edward sehr gut mit Jake beobachten. Ich hatte nichts gegen diese „Sicherheitsmaßnahme“ einzuwenden. Ich hätte mich auf jeden Fall an einem öffentlichen Ort mit Jacob getroffen.

Ein Blick auf meine Uhr sagte mir, dass es jetzt 11:26 Uhr vormittags war. „Dann werde ich Jake sagen, dass ich mich um zwölf Uhr mit ihm treffe?“

„Gut“, stimmte Edward zu.

Er erhob sich mit einer mühelosen Eleganz, bei der ich ihn nur sprachlos anstarren konnte. Verlangen wallte in mir auf und ich fing an, auf meiner Lippe herumzukauen. Edward quittierte dies mit seinem schiefen Lächeln, das ich so an ihm liebte. Seufzend riss ich mich zusammen; ich würde noch mein ganzes Leben Gelegenheit haben, seinen Körper zu bewundern. Jetzt musste ich mich auf andere Dinge konzentrieren.
Ich ergriff die Hand, die er mir entgegenstreckte, und ließ mich von ihm hochziehen, wobei ich darauf achtete, nicht gleich in seinen Armen zu landen. Ich wollte und musste jetzt einen klaren Kopf behalten.

„Ich gehe kurz zu Jasper, um ihm zu sagen, dass ich für eine Weile aus dem Haus bin. Du kannst unterdessen telefonieren.“ Er gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn, dann verließ er das Zimmer.

Ich war ihm dankbar, dass er mir für diesen Moment meine Privatsphäre ließ und auch bei dem Treffen nicht unmittelbar dabei sein würde. Gleichzeitig durchströmte mich Erleichterung darüber, dass er in der Nähe bleiben würde, so würde ich die Stärke haben, mich meiner Vergangenheit zu stellen.

Seine Liebe und seine Sorge um mein Wohlergehen gaben mir das Gefühl, für ihn der wichtigste Mensch auf dieser Welt zu sein. Etwas, das ich bei Jacob nie gespürt hatte. Mir war längst klar geworden, dass er mich damals immer für selbstverständlich hielt, während sich meine ganze Existenz nur um ihn drehte...

Seufzend griff ich zu meinem Telefon und wählte Jacobs Nummer. Er meldete sich schon beim zweiten Klingeln, er hatte wohl mit meinem Anruf gerechnet

„Bella! Gott sei Dank, dass du dich endlich bei mir meldest. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Aber jetzt ist alles in Ordnung. Jetzt können wir endlich anfangen...“

„Jacob“, unterbrach ich ihn. „Ich möchte mich mit dir treffen.“

„Ja, natürlich. Ich werde mich sofort auf den Weg zu dir machen.“ Ich hörte seiner Stimme an, dass er sich sehr freute, mich so schnell wiederzusehen. „Sag mir einfach, wo du wohnst.“

Ich räusperte mich, um meiner Stimme mehr Festigkeit zu geben „Nein. Ich will mich mit dir im Starbucks an der Ecke 38ste und East Street treffen.“

„Können wir uns nicht bei dir treffen? Das, was ich zu sagen habe, ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.“ Seine Stimme triefte vor Enttäuschung.

„Nein“, sagte ich entschieden. „In dreißig Minuten im Starbucks oder gar nicht.“ Leicht überrascht über mich selbst hielt ich die Luft an, um seine Reaktion abzuwarten.

Ich spürte deutlich, dass er mir widersprechen wollte. Ein solch energisches Auftreten war er von mir einfach nicht gewohnt. Aber er war klug genug, sich zu fügen. Etwas in meiner Stimme hatte ihn wohl davon überzeugt, dass dieser Vorschlag nicht verhandelbar war.

„Was immer du willst“, stimmte er nach kurzem Zögern zu. „Hauptsache, wir treffen uns überhaupt. Bis gleich, Bella.“

Erleichtert atmete ich tief durch und legte auf. Der erste Schritt war gemacht.

Mir war vollkommen klar, dass dieses Treffen nicht einfach werden würde. Vielleicht weckte ich mit diesem Telefonat sogar falsche Hoffnungen in Jacob. Aber daran war jetzt nichts mehr zu ändern und es würde mich nicht davon abhalten, ihm zu sagen, was endlich gesagt werden musste, um mich ein für alle Mal von ihm zu lösen.

Als Edward zurück in sein Büro kam, griff er wortlos nach meiner Hand und führte mich zu seinem Auto. Während der kurzen Fahrt wurde ich immer nervöser und gleichzeitig immer entschlossener, reinen Tisch zu machen.
Edward warf mir immer wieder besorgte Blicke zu und drückte beruhigend meine Hand, die er bis jetzt nur beim Einsteigen und zum Schalten losgelassen hatte. Ich blickte auf unsere verschlungenen Hände hinunter, zog sie in meinen Schoß und umschloss sie auch noch mit meiner anderen Hand. Ich war sehr froh, dass er so feinfühlig war, mir keine Fragen zu stellen.

Ich schloss meine Augen und versuchte, mich auf das kommende Treffen zu konzentrieren und mir zurechtzulegen, was ich sagen würde. Jacob musste begreifen, dass er einer Vergangenheit nachlief, die er nie wieder zurückbekommen würde. Er hatte einfach keinen Platz mehr in meiner Zukunft.
Deshalb mussten er und seine Frau aufhören, mir nachzustellen und ihre Probleme in den Griff zu bekommen, ohne mich da mit hineinzuziehen.

Ich hoffte nur, dass ich mich irrte und Victoria mich nicht wirklich beschattete. Denn wenn sie sehen würde, dass ich mich mit Jacob traf, würde sie wie eine Furie auf mich losgehen. Bei diesem Gedanken lief mir ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter und ich schüttelte mich leicht, worauf Edward seinen Druck um meine Hand verstärkte.

Lange Zeit hatte ich Victoria gehasst – und beneidet. Immer wieder hatte ich mir die gleichen Fragen gestellt. Was hatte sie, was mir fehlte? Warum war es ihr so mühelos gelungen, in unser perfektes Leben einzudringen und es zu zerstören? Wieso hatte sie Jacob so leicht und schnell auf ihre Seite ziehen können, bis er mich wegwarf wie einen alten Handschuh?

Und jetzt?

So verrückt das auch klang, jetzt fühlte ich fast so etwas wie Dankbarkeit für sie. Edward hatte schon Recht. Denn auch wenn das ganz sicher nicht ihre Absicht gewesen war, so hatte sie mich doch vor dem größten Fehler meines Lebens bewahrt. Letztlich hatte ich es ihr zu verdanken, dass ich nach New York gegangen war und hier Edward kennen lernte. Ich öffnete wieder meine Augen und schaute meine große Liebe verträumt an.
Wenn man es genau nahm, verdankte ich Victoria – auf eine verworrene Art und Weise – mein Glück.

Bevor ich noch wirklich auf das Gespräch vorbereitet war, hatten wir – viel zu schnell – unser Ziel erreicht. Wir blieben noch einen kurzen Augenblick im Auto sitzen. Nach einem langen, zärtlichen Kuss, der mich atemlos machte, verabschiedete ich mich von Edward, der mich nur sehr widerstrebend gehen ließ. Ich wusste, wie schwer es ihm fiel, mich allein mit Jacob reden zu lassen, aber das war einfach etwas, das ich tun musste.

Die Warteschlange an der Theke war gerade überschaubar, obwohl der Laden sonst gut besetzt war. Ich bekam meinen Latte Macchiato sehr schnell und war froh, den letzten freien Tisch am Fenster zu ergattern. Ich hatte kaum meinen ersten Schluck Kaffee genossen, da kam Jacob schon herein.

Er entdeckte mich sofort und stürmte wie ein zu groß geratener Welpe auf mich zu. Für einen Moment was alles wie früher, als er noch mein Jacob war. Mit seinem Lächeln schien die Sonne aufzugehen.

„Oh, Bellchen“, rief er aus und zog mich hoch, um mich zu umarmen. „Es tut so verdammt gut, dich wiederzusehen.“

Früher hatte mir dieser Kosename unendlich viel bedeutet. Jetzt zuckte ich zusammen, als ich ihn hörte. Er kam mir so … albern vor und auch ein wenig herabwürdigend. So, als wäre ich ein Kind, das er nicht ganz ernst nahm. Innerlich schüttelte ich mich.

Jacob bewegte sich zu schnell, als dass ich reagieren oder ihm ausweichen konnte. In dem Sekundenbruchteil, bevor sich seine Lippen auf meinen Mund senkten, durchfuhr mich ein Stich der Panik.
Allerdings nicht deshalb, weil dieser Kuss etwas bei mir auslösen und mich ins Wanken bringen könnte.

Nein ... das war vorbei.

Ich fühlte nichts, außer Verärgerung, weil er es wagte, mich zu küssen, als hätte er jedes Recht dazu. Doch das hatte er nicht. Nicht mehr. Weder vor mir, noch vor seiner Ehefrau!
Es gab nur noch einen, von dem ich geküsst werden wollte. Nur einen, der es schaffte, mit einer harmlosen Berührung meine Welt aus den Angeln zu heben.

Ich fürchtete mich davor, dass Edward diesen Kuss sehen und ihn völlig falsch verstehen würde. Oder dass er total überreagierte und Jacob auseinandernehmen würde.
Rasch sah ich zu Edward, der bereits auf die Eingangstür zustürmte. Ich gab ihm – von Jacob unbemerkt – ein Zeichen, dass er bleiben sollte wo er war und ich die Situation im Griff hatte ... obwohl ich mir dessen nicht sicher war.

Mit Ellbogen-Einsatz drückte ich Jacob von mir fort und löste mich aus seiner unangenehmen Umarmung, um mich schnell wieder zu setzen. Er schien sich schnell zu fassen, denn kaum waren seine Verwirrung und Enttäuschung in seinen Zügen abzulesen, war sie auch verschwunden.

„Du siehst wirklich großartig aus, Bellchen“, sprudelte er los. „Ich war damals so blind ... wie konnte ich nur auf diese falsche Schlange hereinfallen? Aber das ist jetzt vorbei. Jetzt habe ich dich wieder und alles wird gut. Ich bin so froh, dass du uns noch eine Chance gibst.“

„Jacob, du jagst einem Traum nach. Es gibt kein 'uns' mehr“, stellte ich klar und musterte ihn ernst.

Aber meine Worte prallten an ihm ab, als hätte ich nie etwas gesagt.

„Ich habe eine große Dummheit gemacht, aber ich werde nichts unversucht lassen, um es wieder gutzumachen. Und ich weiß, dass du mir verzeihen wirst.“ Er versuchte, nach meiner Hand zu greifen, die ich aber rechtzeitig außerhalb seiner Reichweite brachte, indem ich mich in meinem Stuhl zurücklehnte.

„Ich habe dir bereits verziehen. Aber das heißt nicht...“ begann ich...

Er ließ mich nicht ausreden.
„Ich wusste es“, sagte er triumphierend. „Ich helfe dir, deine Sachen zu packen. Dann können wir schon morgen unser altes Leben in Forks wieder aufnehmen.“

„Jacob! Ich gehe nicht zurück nach Forks!“, sagte ich energisch. Allein die Vorstellung war lächerlich. Mein Lebensmittelpunkt war hier – in New York – bei Edward!

Jacob stutzte kurz, doch wieder schien sich etwas in ihm zu weigern, die wahre Bedeutung meiner Worte zu akzeptieren. Ich drang einfach nicht zu ihm durch. „Okay, kein Problem. Ich verstehe das sogar. Wir können leben, wo immer du möchtest. Hauptsache, wir sind wieder zusammen. Wenn du hier in New York bleiben willst, ziehe ich zunächst zu dir, bis wir etwas Eigenes gefunden haben.“

Ich schüttelte fassungslos den Kopf. Er schien aus seinen damaligen Fehlern nicht das Geringste gelernt zu haben. Er hatte mich sehr verletzt, als er unsere Beziehung beendete, ohne die Dinge je mit mir geklärt zu haben. Und ich war mir sicher, dass er nun das Gleiche mit Victoria machte.

„Hast du inzwischen mit deiner Frau gesprochen?“, fragte ich.

Seine Miene verfinsterte sich und war Antwort genug.

„Du musst damit aufhören, vor deinen Problemen davonzulaufen“, sagte ich so sanft wie möglich. Ich wollte kein Salz in seine Wunden streuen, aber es wurde Zeit, dass er das Richtige tat. Genau wie ich jetzt.

„Das mache ich gar nicht“, sagte er beleidigt. „Was ist nur mit dir los? Du wirkst so unnahbar und distanziert. So kenne ich dich gar nicht. Was ist passiert?“

„Das Leben ist passiert, Jacob. Ich bin erwachsen geworden.“
Im Gegensatz zu dir, fügte ich in Gedanken hinzu. Je länger unser Gespräch dauerte, desto weniger konnte ich verstehen, was ich damals in ihm gesehen hatte.

Wieder schüttelte er meine Worte einfach ab. Sein Gesicht hellte sich auf und strahlte die alte Zuversicht aus.
„Es ist alles in Ordnung, Bellchen. Wir werden unsere Probleme in den Griff bekommen, das verspreche ich dir. Und wenn ich erst von Victoria geschieden bin, wird alles wieder so sein wie früher.“

Sein Tonfall sollte mich wahrscheinlich beruhigen, bewirkte bei mir aber das Gegenteil. Ich schüttelte hilflos den Kopf. Er hörte mir einfach nicht zu. Er war so gefangen in seinen Tagträumen, dass die Realität nicht zu ihm durchdrang.
Es gab nur noch eins, was ich tun konnte, um ihn zur Vernunft zu bringen. Wenn ihn meine Worte nicht überzeugen konnten, dann vielleicht meine Taten.

Ich gab Edward das verabredete Zeichen. Er schien nur darauf gewartet zu haben, denn Sekunden später stand er neben meinem Stuhl, legte besitzergreifend den Arm um mich und schaute Jacob grimmig an.
Dieser sprang auf und starrte Edward mit geballten Fäusten an, als wolle er sich jeden Moment auf ihn stürzen.

Ich sprang ebenfalls schnell auf und stellte mich zwischen die beiden.

„Jacob, darf ich dir den Mann vorstellen, dem meine ganze Liebe gehört. Das ist Edward Cullen.“

2 Kommentare:

  1. Wie ich bei ff.de schon gesagt habe einfach total klasse geworden das Kap und ich bin gespannt wie es weiter geht =)

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  2. total toll wieder einmal! einfach nur wow :)

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